Rein in die Laufschuhe, weg mit den Schwangerschaftskilos

Aktualisiert: 25. Juli 2021

Ein unvergessliches Berlin-Wochenende, welches mein Leben veränderte.

Mittendrin statt nur dabei! Ich hatte die 10 Kilometer geschafft!
50 glückliche Gewinner/innen in Berlin. Mittendrin statt nur dabei!

Als Ausgleich zum Alltag und um meine Schwangerschaftspfunde wieder loszuwerden, habe ich vor 10 Jahren (2011) die Laufschuhe geschnürt und bin "einfach" mal losgerannt (wobei diese Definition stark übertrieben ist: Es handelte sich mehr um eine schwerfällige Fortbewegungsart, welche mit einem lauten Keuchen und einem hochroten, kurz vor dem explodierenden Kopf unterstrichen wurde). Ich hatte keinen Plan, aber mein Ziel war, dass ich die ausgewählte Runde (ca. 4 km) irgendwann an einem Stück laufen konnte. Eisern zog ich das Training jeden Sonntag durch. Es ging mal besser und dann wieder schlechter, aber irgendwann hatte ich es geschafft. Ich trainierte weiterhin ohne Plan, ohne ein weiteres Ziel und fühlte mich wohl auf dieser Route. Da war sie, die geliebte Komfortzone (Smile). Nach einem Gespräch mit einer Bekannten, die mich fragte, wieso ich denn nicht längere Distanzen laufen möchte, machte ich mich am daraufkommenden Sonntag bereit, um es zu wagen. Die App auf meinem Handy zeigte am Ende 8 km statt der bisherigen 4 km an. Der Kopf war zwar wieder etwas röter, aber es fühlte sich eigentlich richtig gut an! Im Frühling 2012 wurde ich auf einen Wettbewerb aufmerksam. Der Gewinn lautete: ein Wochenende ich Berlin, inkl. Flug, Hotelübernachtung und Startplatz für den Asics Grand 10 (10 km-Wettkampf). Das reizte mich sehr. Zum einen, weil ich noch nie in Berlin war, zum anderen, da ich auch noch nie 10 Kilometer gerannt war. Um diesen verlockenden Gewinn zu ergattern, war Kreativität und Inspiration gefragt – was mich allerdings weniger belastete als der Gedanke, an einer Startlinie zu stehen und 10 km am Stück laufen zu müssen. Ich bastelte mit zehn leeren Laufschuh-Kartons die Strecke des Asics Grand 10 in Berlin nach. Jede der 10 Schachteln symbolisierte einen Kilometer und im Innern der Schachteln konnte man die jeweilige Sehenswürdigkeit entdecken. Das "Kunstwerk" brachte ich persönlich beim Hauptsitz in Spreitenbach vorbei. Der Aufwand sollte sich gelohnt haben. Ein paar Wochen später war der Siegesbrief bei mir zu Hause. Freudentränen und Hochjubel wurden begleitet durch ein wenig Bedenken und Bammel vor der Distanz, die schon bald zu laufen war.

Im Oktober 2012 war es dann soweit. Das spannende und super organisierte Wochenende in Berlin mit 50 anderen Gewinner/innen und laufverrückten Leuten aus der ganzen Schweiz veränderte mein Leben. Das Gefühl vor, während und nach einem Rennen war und ist einfach unbeschreiblich. Ich wurde mit dem Lauffieber angesteckt und ich liess mich von der Euphorie mitziehen. Viele weitere Läufe folgten: Silvesterlauf Zürich, Bremgarter Reusslauf, Eiken-Osterlauf, GP Bern, Frauenlauf Bern, Laufen-Lauf, Womens-Run Frankfurt, City-Run Zürich, Emmenlauf Bätterkinden, und, und, und. Die Nervosität war und ist bei mir vor einem Lauf immer sehr hoch. Sobald aber der Startschuss fällt, während dem Laufen und beim Überqueren der Ziellinie ist alles weg und das Gefühl von Glück und Stolz ist unbeschreiblich. An den Events entstehen Lauffreundschaften, man trifft sich aus der ganzen Schweiz immer wieder vor oder nach dem Lauf auf einen Schwatz oder auch zum Essen. Diese Leidenschaft zu teilen ist wunderschön.

2013 Berlin. Der harte Kern von 2012.

Seit 2013 bis 2019 war ich Teil des Ochsner Sport Running-Coach-Teams. Jeden Frühling/Sommer begleitete und coachte ich Laufeinsteiger/innen auf ihrem Weg zum Läufer/innen-Leben. Die glücklichen Gesichter der Teilnehmer/innen am Ende des Kurses waren immer das grösste Geschenk und der schönste Dank.




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